Menschen bei Maischberger (19.06.2007)
Gäste:
Paul Schulz
Der frühere evangelische Pastor bekennt: "Ich bin Atheist." Mit ungewöhnlichen Predigten begeisterte Paul Schulz tausende Gottesdienstbesucher und provozierte mit seinen Thesen die Kirchenführung. 1979 verlor er alle Ämter in der Kirche. Heute sagt der "Ketzer von St. Jacobi": "Atheismus ist die Weiterentwicklung der Religion. Der demokratische Staat muss sich von Gott lossagen."
Witta Pohl
Als Kind schloss Witta Pohl in der Nachkriegszeit einen Pakt mit Gott: Wenn er ihr aus ihrer Not helfe, werde sie sich später für bedürftige Menschen einsetzen. Vor 15 Jahren löste die Schauspielerin das Versprechen ein ("Kinderluftbrücke"). Obwohl aus der Kirche ausgetreten, versteht sie sich als gläubiger Mensch. "Ich spreche jeden Tag mit Gott."
Bischof Gebhard Fürst
"Gott ist so lebendig wie nie zuvor", sagt der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Vor allem Papst Benedikt habe großen Anteil an der Renaissance des christlichen Glaubens in Deutschland. Gerade die moderne unsichere Welt brauche "die Kraft des göttlichen Geistes".
Michael Schmidt-Salomon
"Es gibt weder Gott noch Teufel", sagt der Vorstandsprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Die Idee von Gott habe Unglück über die Menschen gebracht. Die Privilegien der Kirchen müssten endlich fallen. "Christliche Feiertage sollen abgeschafft werden", fordert der Philosoph, der einen Zentralrat der Konfessionslosen plant. Schließlich gebe es in Deutschland mehr Konfessionslose als Gläubige.
Gabriele Kuby
Mitte der neunziger Jahre konvertierte die Publizistin nach "20-jährigem Irrweg der Esoterik" zum Katholizismus. Seitdem ist die frühere Achtundsechzigerin eine strenge Verfechterin der christlichen Lebensführung. "Es gibt nur eine Quelle der Hoffnung: Jesus Christus", glaubt Gabriele Kuby, die 2002 persönlich vom Papst gesegnet wurde.
Asiye Köhler
Die Kölner Germanistin und Religionspädagogin, zugleich Mitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland, bekannte sich erst als Erwachsene konsequent zu ihrem Glauben. "Jeder Muslim muss seine Handlung allein vor Gott verantworten", betont die Frau des Zentralratsvorsitzenden Ayyub Axel Köhler. Über Atheisten sagt sie: "Gottes Barmherzigkeit umfasst alle."
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